Rhythmus
Notenwerte lesen, Rhythmen sprechen
Wie lang klingt ein Ton?
Noten zeigen nicht nur, welcher Ton klingt, sondern auch, wie lange. Gemessen wird in Schlägen: dem gleichmäßigen Puls, den man mit dem Fuß mittippen kann. Im 4/4-Takt dauert ein Schlag eine Viertelnote.
Die Noten hier stehen auf einer einzigen Linie, vorn mit dem Schlagzeugschlüssel (den zwei senkrechten Balken). Er zeigt: Es geht nur um den Rhythmus, eine Tonhöhe gibt es nicht.
Jedes Beispiel lässt sich anhören. Vorweg zählt ein Takt Metronom ein, danach laufen die Klicks als Schläge weiter, und die klingende Note leuchtet mit. Sprich die Silben mit!
Die Notenwerte
Jede Zeile füllt genau einen 4/4-Takt. Von oben nach unten wird der Wert jedes Mal halbiert: Eine Ganze dauert so lange wie zwei Halbe, vier Viertel, acht Achtel oder sechzehn Sechzehntel.
Woran man sie erkennt
- Ganze: hohler Kopf, kein Hals
- Halbe: hohler Kopf mit Hals
- Viertel: gefüllter Kopf mit Hals
- Achtel: dazu ein Fähnchen, Sechzehntel: zwei Fähnchen
Stehen mehrere Achtel oder Sechzehntel nebeneinander, werden die Fähnchen zu Balken. Ein Balken fasst immer einen Schlag zusammen. So sieht man auf einen Blick, wo die Schläge liegen.
Die Pausen
Zu jedem Notenwert gibt es eine Pause gleicher Länge. Pausen gehören zum Rhythmus: Die Zeit läuft weiter, nur klingt nichts. In der Rhythmussprache sagt man dafür leise sch.
Ganze und Halbe Pause sehen fast gleich aus. Die Ganze ist schwerer und hängt unter der Linie, die Halbe ist leichter und sitzt auf ihr.
Die Punktierung
Ein Punkt hinter der Note verlängert sie um die Hälfte ihres eigenen Werts.
Nach einer punktierten Viertel fehlt bis zum nächsten Schlag noch eine Achtel. Darum folgt fast immer eine Achtel: ta-i ti. Das i hält den Ton über den Schlag hinweg, erst das ti setzt neu an.
Die Triolen
Eine Triole teilt einen Schlag in drei gleiche Teile statt in zwei. Die drei Achtel mit der kleinen 3 darüber dauern zusammen genauso lange wie zwei gewöhnliche Achtel, also einen Schlag.
Hör auf den Unterschied: ti-ti geht im geraden Zweierschritt, tri-o-le rollt im Dreier.
Die Rhythmussprache
Mit der Rhythmussprache spricht man einen Rhythmus, bevor man ihn klatscht oder spielt. Jede Note bekommt ihre Silbe, und die Silben sind so lang wie die Noten.
- ta ist die Viertel, der Grundschlag. ti ist die Achtel, zwei davon passen auf einen Schlag.
- Jede Sechzehntel heißt te, vier Sechzehntel also te-te-te-te. Das helle, kurze e zeigt: Hier kommen die Einsätze doppelt so schnell. Eine Achtel mit zwei Sechzehnteln heißt ti-te-te.
- Lange Töne bekommen für jeden weiteren Schlag einen neuen Vokal, aber keinen neuen Anfang: Halbe ta-o, punktierte Halbe ta-o-a, Ganze ta-o-a-o. Beim Sprechen den Ton halten, nicht neu ansetzen.
- Die punktierte Viertel heißt ta-i, das i ist die angehängte Achtel.
- Triolen heißen tri-o-le: drei Silben auf einen Schlag.
- Pausen heißen sch.
Alle Bausteine im 4/4- und 3/4-Takt: ein Baustein je Schlag
Tippe einen Baustein an, um ihn zu hören.
Alle Bausteine im 6/8-Takt: ein Baustein je Dreiergruppe (1 2 3 | 4 5 6)
Die Taktarten
Die Taktangabe am Anfang ist ein Bruch. Die obere Zahl sagt, wie viele Schläge ein Takt hat, die untere, welcher Notenwert einen Schlag bekommt: 4 steht für die Viertel, 8 für die Achtel. Der erste Schlag jedes Takts ist betont.
4/4-Takt
Vier Viertel je Takt, betont auf 1, etwas schwächer auf 3. Die häufigste Taktart in Pop und Rock.
3/4-Takt
Drei Viertel je Takt, betont auf 1. Der Takt des Walzers.
6/8-Takt
Sechs Achtel je Takt, gezählt 1 2 3 4 5 6, betont auf 1 und 4. Die Achtel werden deshalb in zwei Dreiergruppen gebalkt, und die Rhythmussprache folgt diesen Gruppen: ta-i füllt eine Dreiergruppe, ti-ti-ti ebenso.